Heute vor 72 Jahren endete der 2.Weltkrieg für Deutschland. In Leipzig ist es Tradition, an diesem Tag der Opfer des Krieges mit Kranzniederlegungen auf dem Ostfriedhof zu gedenken. Auch ich war heute wieder dort.

Friedhöfe sind an sich keine schönen Orte, oder zumindest keine, die man gern aufsucht. Als Kind oder Jugendlicher schon garnicht. Mir ging es damals nicht anders. Und Soldatenfriedhöfe fand ich immer besonders deprimierend, mit ihren hunderten, identischen Grabsteinen.

Bei einer meiner ersten Reisen nach Ostpreußen, Anfang der 90er Jahre habe ich eine kleinere Kriegsgräberstätte entdeckt, in der Näche von Goldap. Dort liegen gefallene deutsche und russische Soldaten aus dem ersten Weltkrieg begraben. Ich hab mir zum ersten Mal die einzelnen Grabsteine näher angeschaut. Viele der Gefallenen wurden nicht einmal so alt, wie ich es damals war.

Auf dem Soldatenfriedhof in Oberwölbling in Niederösterreich findet man Grabsteine von 16jährigen gefallenen Soldaten des 2.Weltkrieges. Und auf vielen anderen Kriegsgräberstätten auch.

Die Kriege des 20. Jahrhunderts haben in Europa Millionen Menschen das Leben gekostet. Hunderte Kriegsgräberstätten auf dem ganzen Kontinent erinnern daran.  Sie sollen uns als Orte der Mahnung für Frieden und gegen Krieg und Gewalt dienen. Und ich finde, sie müssen erhalten und gepflegt werden.

Seit mehreren Jahren bin ich deshalb Mitglied des Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der sich in besonderer Weise für den Erhalt der Kriegsgräberstätten einsetzt, darüber hinaus aber auch Jugend- und Bildungsarbeit betreibt.

Wer diese Arbeit auch unterstützen möchte, kann hier Mitglied werden oder spenden.

Vielen Dank!

PS: Ich finde, es gibt genug Kriegsgräberstätten in Europa. Wir brauchen keine neuen. Und wenn die Europäische Union nur noch diesen einzigen Nutzen hätte, den Frieden in Europa zu sichern, müsste man sie allein deshalb erhalten.