Was die heutigen Flüchtlinge von meiner Großmutter lernen können

25.01.1945, Schneidemühl, heute Piła in Polen. Es ist Winter, richtiger Winter im Januar und Februar 1945. Mit bis zu 25 Minusgraden. Die Rote Armee ist im Anmarsch. Die SS lässt Wohnungen und Häuser räumen.

Eine 36jährige Frau macht sich mit ihrem gleichaltrigen, tuberkulosekranken Schwager, ihrem zehnjährigen Sohn und der 61jährigen Schwiegermutter auf den Weg zum Bahnhof. Der Ehemann ist längst in russischer Kriegsgefangenschaft. Ob er noch lebt, weiß man nicht.

Vom Bahnhof geht es in unbeheizten Eisenbahnwagons nach Stettin. Irgendwann landet man in Barth, wird dort mehr schlecht als recht am Leben erhalten, bis zum Kriegsende die Versorgung für Flüchtlinge völlig eingestellt wurde.

Im Mai 1945 geht es also auf die Ostsee. Mit Lastkähnen, zurück Richtung Heimat. Leichen hat der Zehnjährige dabei jede Menge gesehen. Nach drei Wochen landet man wieder in Stettin, von dort geht es zurück nach Schneidemühl.

Man darf nicht ins eigene Haus, sondern wird in einer fremden, verwüsteten Wohnung am anderen Ende der Stadt einquartiert. Nur kurz.

Die nächste Station ist ein Internierungslager für Deutsche. Stacheldraht ringsum. Und im Oktober 1946 wird man dann Richtung Westen deportiert.

Am Ende landet man in Leipzig. Nur noch zu dritt. Der kranke Schwager hat Flucht und Vertreibung nicht überlebt.

Was hat man eigentlich dabei auf dieser monatelangen Flucht? Zu Beginn noch gepackte Koffer, am Ende nur das, was man am Leibe trug.

Und: Dokumente. Um sich auszuweisen, um Lebensmittel zu erhalten, um einen Schlafplatz, Arbeit usw. zu bekommen.

Es handelt sich nicht um eine erfundene Geschichte.

Der damals zehnjährige Junge ist mein Vater. Die damals 36jährige Frau war meine Großmutter. Und sie hat die Geburtsurkunde ihres Sohnes mitgenommen. 

Hier ist sie, im Original.

Warum schreibe ich das alles auf?

Weil es mir reicht.

Ich habe genug von diesen weitverbreiteten neuzeitlichen „Flüchtlings“-Lügen über verlorene Pässe und dergleichen.

Der Tagesspiegel hat die richtige Frage gestellt: „Migranten haben Smartphones. Warum nicht digitale Pässe in der Cloud?“

„Nahezu jeder Flüchtling hat heute ein Smartphone und steht auf der langen Reise in regelmäßigem Kontakt mit Menschen in der Heimat und am Fluchtziel. Jeder hat die Pflicht, bei der Identitätsfeststellung mitzuwirken. Ist es zu viel verlangt, im Regelfall zu erwarten, dass der Flüchtling eine digitale Ausweiskopie in der Cloud hat?“

Nein, es ist nicht zu viel verlangt. Es ist völlig normal.

Wer ein Smartphone in der Hand hat, ist auch in der Lage, sich auszuweisen. Es sei denn, er ist ein Betrüger.

Und ich erwarte, dass Politik, Polizei und Justiz endlich dafür sorgen, dass Betrüger in Deutschland keine Chance haben.

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2 Kommentare

  1. Pantelimon, Dagmar

    Der Bericht spricht mir voll aus dem Herzen. Ich verstehe nicht, das die Migranten alle gesundheitlichen Probleme behandelt bekommen und die eigene Bevölkerung erhält eine Ablehnung nach einander, ob es eine notwendige Kur ist, eine Brust op, da man vorher alles unternommen hat, in auch noch macht, um die täglichen Schmerzen aushalten zu können.
    Menschen gehen Flaschen sammel, um die Rente zu verbessern und müssen noch im Alter arbeiten gehen.
    Die Migranten können sich auch einbringen. Das Geld muss man nicht verschenken. Es gibt genug Arbeit in Städte und Dörfer. Strassen , Grünanlagen u.s.w. können gereinigt werden. Wenn ich das höre, sie dürfen nicht, da geht mir der Hut hoch. Dann sollte man das Gesetz verändern. Hartz IV Empfänger müssen auch nicht zu Hause sitzen ( im Alter von 20 bis 35 jährige). In anderen Ländern müssen alle dazu beitragen, um aus der Sozialkasse etwas zu erhalten. Migranten ohne Papiere sofort aus der europäischen Zone bringen.
    Wenn man in den Medien hört, es geht eine neue Masche rum. Sie bezichtigen sich als Mörder oder Sexualverbrecher. Erst Geld sperren, die Miete bezahlen und volle Verpflegung geben. Sofort gerichtliche Schnellverfahren durchführen. Harte Verurteilung nach unserem Gesetzen. Da werden es sich die Anderen überlegen, diese Behauptungen aufzustellen. Sollen die Europäer mit Mörder, Sexualverbrechen aus anderen Ländern leben und die eigenen Leute, die so etwas machen, werden sofort eingesperrt. Müssen wir noch mehr Angst haben, ohne Begleitung auf die Straße zu gehen.
    Meine Meinung, es ist gewollt. Jeder Politiker sollte nur mal 6 Wochen so leben und Asylbewerberheime in ihrer unmittelbaren Umgebung haben.
    Ich finde es auch richtig das der europäische Arbeitsmarkt geöffnet wurde. Aber wer in unsere Länder kommt und keine Arbeit nachweisen kann, sofort ausweisen. Egal wie alt, beim klauen erwischt, sofort nach Hause. Es kann doch nicht sein, das unsere Bevölkerung aufrüsten muss, um Einbrüche zu verhindern. Sicherheit ist richtig, aber in Angst zu leben ist doch nicht normal.
    Nun höre ich auf. Ich könnte einen Roman schreiben.

  2. Holger Haugk

    Nun gut, es gibt eben nicht nur die gut funktionierende deutsche Bürokratie, die seit dem Kaiserreich Identitätsdokumente als wichtig ansieht und auch heute noch Höhe Standards verlangt, um Identität nachzuweisen… Ganz so einfach ist es doch nicht, wenn ich dem Ansatz auch nicht widerspreche… Aber Ausweiskopien in der Cloud reichen dem BfM auch nicht. Und wenn sich Zeiten generell ändern, ist das auch nicht schlecht. Niemand will das Los der Vertreibung und Flucht so wiedersehen, wie es im und nach dem II. Weltkrieg war… Ein guter Roman zu dem Thema ist übrigens „Altes Land“…

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