Oberbürgermeister Burkhard Jung fordert vom Freistaat Sachsen mehr Polizisten für Leipzig. Wer kann dazu schon Nein sagen, möchte man meinen. Natürlich brauchen wir mehr Polizei. Leipzig wächst, die Kriminalität wächst leider mit.

Auch die Sächsische Staatsregierung und der Landtag haben das bereits mitbekommen. Stellenabbau im Polizeibereich gehört der Vergangenheit an.

Nun kommt also ausgerechnet der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig daher und erklärt dem geneigten Leser per Pressemitteilung und sogar dem Zuhörer per O-Ton,  dass die Staatsregierung noch mehr tun müsse.

Aber: Wie ernst muss man jemanden nehmen, der zwar die Klappe aufreißt, seine eigenen Hausaufgaben aber nur widerwillig oder gar nicht macht?

Es wäre sehr hübsch, wenn Burkhard Jung seiner Aufgabe als Chef der Ortspolizeibehörde zunächst einmal nachkommen würde, und das städtische Ordnungsamt rund um die Uhr zum Einsatz käme. Das ist nämlich bisher in Leipzig nicht der Fall, würde aber den Polizeivollzugsdienst insgesamt ziemlich entlasten. Beim Ordnungstelefon der Stadt Leipzig unter 0341-1238888 geht jedenfalls in der Nacht niemand ran. 

Ich erinnere mich übrigens auch an eine ablehnende Stellungnahme des Oberbürgermeisters zum CDU-Antrag „Verbesserung der Präsenz und Wirksamkeit des Stadtordnungsdienstes“. Ist noch gar nicht so lange her.

Letztlich hat sich der Stadtrat in den Haushaltsberatungen dann doch durchgesetzt und dem Oberbürgermeister zusätzliche Stellen für den Stadtordnungsdienst „aufgezwungen“.

Fazit: Man kehre zuerst vor deiner eigenen Tür und mache seine Hausaufgaben. Dann darf man auch gern ningeln und mit dem Finger nach Dresden zeigen.

Ansonsten besteht leider die Gefahr, dass man nicht ernstgenommen und für einen Schaumschläger gehalten wird.